Fieberhaft versucht der Schüler das Bauteil zusammen zu setzen. Ich stehe etwa einen Meter daneben und grübele, was es sein könnte. Ein Getriebe? Sein Kumpel hat die Anleitung vor sich und gibt Anweisungen. Vielleicht auch irgendwas mit Hydraulik, denke ich. Die Beiden anzusprechen traue ich mich nicht, da sie so vertieft in ihre Arbeit sind. Ob die wohl im Unterricht auch so engagiert sind?, frage ich mich etwas gehässig. Hier sind sie jedenfalls voll konzentriert und motiviert. Ein Hoch auf außerschulische Lernorte. Ein Paradebeispiel hierfür ist das Schülerlabor „coolMINT“ in Paderborn. In kleinen Projekten werden hier den Kids die MINT-Fächer näher gebracht. Sehr schön erklärt es dieses YouTube-Video:

„Der 3D-Druck ist unser beliebtestes Modul“, erklärt Edmond Thevapalan, als wir in die Druckkammer der Maschine im Schülerlabor schauen. „Genau mein Thema“, sage ich und grinse. Den Termin hat Nicola Rupp eingefädelt. Sie ist Mitarbeiterin des DMRC Paderborn und begleitet unsere Schule schon seit einiger Zeit. Begonnen hat die Zusammenarbeit mit der Planung eines 3D-Druck-Kunst-Projekts. Eine Skulptur ist nie entstanden, doch Nicola ist uns glücklicherweise treu geblieben. Zuletzt leitete sie ein Uni-Seminar, bei dem die Studenten an unserer Schule individuelle Hilfsmittel entwarfen. Sie ist ein wahres Goldstück und eine unschätzbar wertvolle Ansprechpartnerin! Für mich gehört sie schon zum Klassenteam. Jetzt hat sie den Kontakt zum HNF Schülerlabor hergestellt, so dass wir an einem Tisch mit Kaffee sitzen und überlegen: „Wie könnten wir zusammen arbeiten?“

Mit von der Partie sind Frauke Elbracht und Dorothee Indlekofer vom Schülerlabor. Schnell sind wir uns einig, dass wir bei so vielen Gemeinsamkeiten dringend einen Workshop auf die Beine stellen sollten. „Bitte inklusiv, das wäre doch toll!“, schwärmen wir. Die MINT-Schüler kommen von den Partnerschulen, die Inklusions-Kids habe ich im Gepäck, die Räumlichkeiten bietet das Schülerlabor und das 3D-Druck-Know-How kommt vom DMRC. Es war ein sehr angenehmes Kennenlernen.  Zum Abschluss überrede ich die kleine Gruppe noch zu einem Foto für meinen Blog, damit unser Treffen den angemessenen staatstragenden Charakter bekommt. 😉

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Frank, Nils, Frauke, Doro, Edmond und Nicola (v.l.) in voller Pracht.

Anschließend zeigt uns Frank noch im Nebengebäude eine vollautomatische Fertigungsstrecke. Beeindruckende Roboterarme warten hier auf ihren Einsatz. Der 3D-Drucker liefert erstmal die Dummy-Werkstücke. Ein Arbeitsplatz, der für mich wie gemacht für einen Rollstuhlfahrer aussieht. „Vielleicht wollt ihr mal mit der Klasse vorbei kommen?“, fragt er. „Gern!“, sage ich und finde mich damit ab, dass ich – obwohl ich immer das Gegenteil  dachte – von echter Technik anscheinend überhaupt keine Ahnung habe.

Ein Kommentar zu „Inklusives Schülerlabor

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