image0042„Wer hat die Zange?“, „Hat jemand bitte etwas Lötzinn?“ und „Wo ist das Hündchen?“ ruft die bunte Truppe an angehenden Fachlehrern durch den Seminarraum in Bielefeld. Dort begann gerade mein letzter Workshop zum DIY-Taster. Zuvor haben einige Helfer alle Hände voll Material aus meinen Kombi durch das verwinkelte Gebäude geschleppt. Im Seminarraum angekommen breite ich die Kabel, Zangen und gedruckten Gehäuse aus. Es sind etwa zwei Stunden für Taster und Batterieunterbrecher angesetzt. Eine sportliche Aufgabe, wie ich weiß. Daher gebe ich direkt den Startschuss und die motivierte Gruppe ströhmt an den Materialtisch.

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Schon die Vorbereitung hat mir Schweißperlen auf die Stirn getrieben. Doch eins nach dem anderen: Angestoßen von einer Fachlehrer-Anwärterin unserer Schule wurde ich eingeladen, um den Workshop in Bielefeld durchzuführen. Ein Termin war recht schnell gefunden, da nur die Freitage in Frage kamen. Glücklicherweise ein Tag, an dem ich nicht besonders viel Unterricht habe. Doch die eigentliche Herausforderung war (nicht nur) die Zeit. Bei einem Telefonat etwa zwei Wochen vor dem Workshop stellte sich heraus, dass es insgesamt 25 Teilnehmer sind, die versorgt werden wollen. Wenn man jetzt überlegt, dass ein Tasterset etwa fünf Stunden für den Druck benötigt, sind das einige Tage und Nächte, die ein 3D-Drucker damit beschäftigt ist. Puh! Auf dem letzten Meter und mit der kräftigen Unterstützung der Uni Paderborn hat es dennoch hingehauen einen großen Karton voll von Tastergehäuse zu präsentieren. Vielen Dank an dieser Stelle für die Hilfe!

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Tags zuvor haben wir mit einigen Schülern den Taster-Workshop im Schülerlabor durchgeführt (dazu ganz bald mehr). Der Unterschied war klar im Selbstvertrauen der Teilnehmer zu erkennen. Die Fachlehrer gingen sehr optimistisch ans Werk: „Bauanleitung lesen?! Quatsch, das kriege ich schon irgendwie hin!“ Vermutlich hätte ich eine etwas ausführlichere Einleitung geben sollen, um auf ein paar Tücken hinzuwesen. So kamen schnell von allen Seiten die Fragen: „An welche Stelle soll ich löten?“ oder „Was mache ich mit dem Schrumpfschlauch?“ Dankbarerweise waren alle Tüftler sehr geduldig und rücksichtsvoll, so dass bald die ersten Erfolge vorzuweisen waren. Witzig zu beobachten war auch, dass sich schnell ein Team von Löt-Experten gebildet hat, die am Fließband die Kabel mit dem Schalter verbanden. Toller Einsatz!

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Am Ende des aufgrund der Größe und der knappen Zeit bisher intensivsten Workshops haben letztendlich doch alle Bastler einen Taster fertig bekommen. Das Huhn wippte wieder unaufhörlich und das Hündchen lief und kläffte, lief und kläffte, lief und…

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Ich hoffe, dass es allen Beteiligtens so viel Spaß wie mir gemacht hat und ich den Horizont in Bezug auf Do-It-Yourself und 3D-Druck etwas erweitern konnte. Liebend gerne gehe ich wieder in ein Studienseminar und zeige meine Taster den angehenden Lehrern. Ich glaube es ist eine der aufgeschlossensten Gruppe, die ich erreichen kann. Außerdem tragen sie (hoffentlich) den Input zum Thema „Hilfsmittel“ in die verschiedenen Schulen. Vielen Dank in jedem Fall für die Mitarbeit und den spannenden Vormittag!

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